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Für Eltern

Elterninformation

Die Klasse Ihres Kindes macht bei SomaticColors4School mit. Hier steht, was das ist und was Ihr Kind dabei macht. Sie brauchen dafür etwa zehn Minuten.

01 · Was ist das?

Was SomaticColors4School ist

SomaticColors4School ist ein Programm für den Unterricht. Es wird von Partnerunternehmen finanziert und ist wissenschaftlich fundiert.

Es hilft Kindern dabei, ihre Gefühlswelt zu regulieren, ihre Gefühle besser auszudrücken und sich im Unterricht besser zu konzentrieren.

Lehrkräfte kommen dadurch mit weniger Ermahnungen aus. In der Regel führt das zu einem stressfreieren Unterricht für alle.

Dafür bekommen die Lehrkräfte die Übungsplattform Capyba for School zur Verfügung gestellt. Daraus wählen sie nach Bedarf die passende Übung aus. Alle Übungen sind für die ganze Gruppe gemacht, und sie machen den Kindern riesigen Spaß.

Und das ist der Kern

Die Übungen schließen alle Kinder mit ein. Auch die, die die Sprache noch nicht verstehen. Und auch die, die erst gar nicht mitmachen und nur zusehen.

Das ist „die Magie" hinter SomaticColors4School.

02 · Für Sie zu Hause

Was Sie zu Hause davon mitbekommen werden

1

Ihr Kind findet eine neue Sprache, seine Gefühle auszudrücken

Gefühle genau zu benennen ist für viele Kinder noch gar nicht möglich. Ehrlich gesagt ist es auch für uns Erwachsene oft schwierig. Deshalb sprechen wir bei SomaticColors4School in Farben.

Rot

Zu HauseWenn Ihr Kind sagt, es ist völlig rot, dann ist es in aller Regel stinksauer.

Die gute SeiteRot weiß, was es will, und macht es dann auch.

Gelb

Zu HauseDas Kind, das keine Minute stillsitzen kann, ist meistens gelb. Es kann nichts dafür, es bekommt sich gerade selbst nicht reguliert.

Die gute SeiteGelb ist Kreativität pur.

Blau

Zu HauseEin Kind, das sehr im Kopf ist, lieber am Computer sitzt als rauszugehen und etwas zu erleben, ist oft blau.

Die gute SeiteBlau denkt strukturiert und schmiedet echte Pläne.

Grün

Zu HauseNeid ist ein grünes Gefühl. Genauso, wenn ein Kind sich immer hinten anstellt und nicht sagt, was es selbst möchte. Und auch das Hintenherum, wenn getuschelt statt geredet wird.

Die gute SeiteGrün ist Verbindung und Verkuscheltsein.

2

Ihr Kind macht Bewegungen, die Sie noch nicht kennen

Das ergibt Sinn, sobald Sie wissen, wie unser Körper arbeitet. Unsere Übungen nutzen den Lagesinn des Körpers und bestimmte Nervenverbindungen. Eine Bewegung oder eine Geste, zum Beispiel die Hand aufs Herz, meldet diesen Bereichen etwas Bestimmtes.

Es ist, als würden Sie Briefchen direkt durch das Nervensystem ins Gehirn schicken, während Ohren und Augen für das Außen gerade offline sind.

Lassen Sie sich die Gesten von Ihrem Kind zeigen

Und probieren Sie sie selbst aus. Ob sich dabei sofort etwas verändert, finden Sie nur so heraus.

3

Ihr Kind bekommt Zugang zu sich selbst

Es merkt, dass es guttut, selbst zu entscheiden, wie man sich fühlen möchte. Das ist ein großer Schritt. Viele Menschen lernen das erst spät im Erwachsenenalter, manche nie.

Kinder, die das früh lernen, haben ein Werkzeug in der Hand. Sie können sich in die Stimmung bringen, die das Vorhaben gerade braucht: Vertrauen, Kreativität, strukturiertes Denken, Umsetzungskraft. Unsere menschliche Superpower eben.

Was uns wichtig ist

Jedes Kind soll spüren, dass es gut ist, so wie es ist.

Und dass jedes Gefühl wichtig ist. Ein Gefühl ist ein Briefchen von unserem Gehirn. Darin steht, dass gerade etwas aus dem Ruder läuft.

Jetzt können die Kinder Briefchen zurückschicken. Vorbei an allem, was gerade außer der Reihe ist. Und darin steht: ich helf dir, das zu verändern.

03 · Warum das nötig ist

Ein Kopf im Ausnahmezustand nimmt nichts mehr auf

Damit ein Kind zuhören und lernen kann, muss dreierlei zusammenpassen. Der Körper muss halbwegs ruhig sein. Die Gefühle dürfen nicht Alarm schlagen. Erst dann kann der Teil arbeiten, der fürs Denken zuständig ist. Unter starkem Stress arbeitet genau dieser Teil schlechter. Das ist gut untersucht.

Das Kind ist ruhig

Denkenarbeitet
Gefühleruhig
Körperfühlt sich sicher

Zuhören, rechnen, lesen und mitreden sind möglich.

Das Kind ist im Ausnahmezustand

Denkenabgeschaltet
GefühleAlarm
Körpermacht sich bereit

Zuhören geht jetzt nicht. Das ist keine Frechheit und keine Absicht.

Der Weg zurück führt immer von unten nach oben. Erst der Körper, dann die Gefühle, dann das Denken.

Vielleicht kennen Sie das

Denken Sie an das Kind, das über den Hof flitzt. Vielleicht spielt es Fangen. Es vergisst alles um sich herum. Es hört kein Stopp mehr.

Ein Griff zum Pullover. Das Kind hält an. Aber die Augen rennen noch mit dem anderen Kind mit.

Kennen Sie das? Genau das ist so eine Situation.

Und deshalb sagen wir

Kein Kind ist ein Störenfried oder ein Verweigerer.

Nicht das Kind ist zu viel. Es läuft gerade nur eine Farbe über.

Etwas in ihm ist so laut, dass es sich nicht mit dem Außen beschäftigen kann. Weil innen drin so viel los ist.

Das macht ein Kind für andere nicht mehr erreichbar.

Das, was wir im Alltag und im Unterricht bemerken, ist ein Ausdruck genau davon.

Das sind Ausnahmezustände im Schulalltag

Dafür braucht es nichts Dramatisches. Diese Dinge reichen schon:

Streit in der Pause Angst vor der Klassenarbeit Streit zu Hause am Morgen zu laut im Raum Angst, ausgelacht zu werden zu wenig Schlaf Hunger nicht alles verstehen, weil die Sprache neu ist Heimweh ausgeschlossen werden vor der Klasse sprechen müssen eine schlechte Note zurückbekommen

Deshalb ist Reden wie telefonieren

Wenn Sie mit einem Kind reden, ist das wie ein Telefonat. Sie sprechen, und beim Kind kommt etwas an. Aber nur, wenn die Leitung steht.

Das Kind ist ruhig

Die Leitung steht. Was die Lehrkraft sagt, kommt beim Kind an. Erklären, ermahnen und trösten wirken jetzt.

Das Kind ist im Ausnahmezustand

Die Leitung ist unterbrochen. Sie reden, aber nichts kommt an. Lauter werden hilft nicht, es macht die Störung größer.

Und was machen wir stattdessen?

Wir nehmen die zweite Leitung. Die geht über den Körper und ist immer offen. Eine kleine Bewegung, ein ruhiger Atemzug, ein fester Stand. Erst danach kann das Kind wieder zuhören.

Sie müssen dafür nichts lernen. Welche Übung wann passt, ist Sache der Lehrkräfte. Sie sind dafür geschult.

04 · Was Ihr Kind macht

So läuft eine Übung ab

1

Kurz hinschauen

Die Lehrkraft fragt in die Klasse: Welche Farbe ist gerade da? Jedes Kind schaut für sich nach. Niemand muss etwas sagen.

2

Eine kurze Übung

Alle machen zusammen eine Übung. Die Lehrkraft sucht sie in Capyba for School aus, passend zu dem, was in der Klasse gerade los ist. Es sind Bewegungen und Gesten, geredet wird dabei nicht. Sie dauert höchstens anderthalb Minuten.

3

Weiter im Unterricht

Danach geht es normal weiter. Es wird nicht besprochen, wer welche Farbe hatte.

Jede Übung ist so zusammengesetzt, dass sie dem Gehirn genau das Signal schickt, das gerade gebraucht wird. Zum Beispiel Konzentration, Kreativität, Selbstvertrauen oder Verbindung.

Das ist uns wichtig

Kein Kind muss etwas von zu Hause erzählen. Kein Kind steht vorne. Kein Kind wird vorgeführt. Wer nicht mitmachen möchte, sitzt einfach dabei und schaut zu.

Und selbst dann lernt es mit. Über das Spiegelprinzip, also allein dadurch, dass es die anderen sieht.

05 · Selbst probieren

Eine Übung für Sie. Sie dauert eine Minute.

Das ist die gelbe Übung. Ihr Kind lernt sie in der Schule kennen. Am besten verstehen Sie das Programm, wenn Sie es einmal selbst gemacht haben.

Die Sonne im Gesicht

  1. Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder stellen Sie sich an einen sicheren Platz.
  2. Stellen Sie sich vor, die Sonne scheint auf Ihr Gesicht.
  3. Strecken Sie Ihr Gesicht der Sonne gerne ein wenig entgegen.
  4. Schwingen Sie mit Ihren Armen oder Beinen.
  5. Bleiben Sie so für ein paar ruhige Atemzüge.
  6. Schauen Sie dann nach: Wohin gehen Ihre Mundwinkel?

Sie haben Ihrem Gehirn gerade über den Körper Briefchen geschickt. Darin stand, was Sie fühlen möchten. Haben Sie's?

Genau das erleben Ihre Kinder.

06 · Zu Hause

Was das für Sie zu Hause bedeutet

Ihr Kind bringt vier Wörter mit nach Hause: gelb, rot, blau und grün. Damit kann es sagen, wie es ihm geht, auch wenn ihm sonst die Worte fehlen.

Manche Kinder erzählen zu Hause davon. Andere nicht. Beides ist in Ordnung.

Warum ein Kind „anstrengend" wirkt

Wenn ein Kind als anstrengend gilt, heißt das fast immer etwas anderes: jemand gleicht es die ganze Zeit aus. Die Mutter, der Vater, die Lehrkraft.

Sie beruhigen. Sie bremsen. Sie erinnern. Sie fangen auf. Sie halten die Struktur, die das Kind noch nicht selbst halten kann. Das kostet Kraft, und zwar Ihre.

Diese Arbeit hat einen Namen. Sie heißt Ko-Regulation. Ein Kind, das sich noch nicht selbst regulieren kann, wird von außen reguliert. Von Ihnen.

Bei kleinen Kindern ist das genau richtig so. Aus dieser Erfahrung entsteht das Urvertrauen: da ist jemand, der mich auffängt.

Ab dem Grundschulalter können Kinder ein gutes Stück davon schon selbst.

Genau da setzen wir an. Je mehr ein Kind selbst kann, desto weniger müssen Sie ausgleichen.

Beziehung braucht Regulation

Viele Eltern möchten heute bedürfnisorientiert erziehen. Also über die Beziehung zum Kind statt über Strafe und Druck. Das ist ein guter Weg, und er setzt eine Sache voraus: beide müssen erreichbar sein.

Ein Kind im Ausnahmezustand ist nicht erreichbar. Eine erschöpfte Mutter am Abend ist es genauso wenig. In diesen Momenten läuft jede Erziehung ins Leere, egal wie liebevoll sie gemeint ist.

Deshalb kommt Regulation vor der Beziehung. Nicht statt der Beziehung, sondern davor. Sie ist die Leitung, über die alles andere erst laufen kann.

Eine Frage, die oft kommt

Werden die Kinder dann kleine Roboter, die einfach funktionieren?

Nein. Eher das Gegenteil. Die Kinder lernen, dass sie eine Entscheidung haben. Sie dürfen sich so fühlen, wie es sich für sie gut anfühlt.

Und ganz ehrlich: Wer von uns Erwachsenen stand noch nicht vor der Situation, sich einen ganzen Tag lang über etwas geärgert zu haben, das sowieso nicht mehr zu ändern war? Wir hätten uns auch einfach regulieren und einen schönen Tag haben können.

Wenn Sie möchten, achten Sie darauf:

Bevor Sie reden, schauen Sie, ob die Leitung steht.

Möchten Sie den Effekt einmal selbst erleben, den Lehrkräfte und Eltern beschreiben? Dann probieren Sie das bei der nächsten Situation, die sonst in einen Konflikt führen würde.

Daran merken Sie, dass sie nicht steht

  • Ihr Kind antwortet nicht, obwohl es Sie hört.
  • Sie sagen denselben Satz zum dritten Mal.
  • Sie werden lauter, und es wird schlimmer statt besser.
  • Ihr Kind dreht sich weg oder macht dicht.

Was Sie dann tun können

  1. Hören Sie auf zu reden. Mitten im Satz, wenn es sein muss.
  2. Gehen Sie auf die Höhe Ihres Kindes. Hinsetzen oder hinhocken.
  3. Fragen Sie sich selbst: Welche Farbe fühle ich gerade? Und was würde mir helfen, mich besser zu fühlen, ohne eskalieren zu müssen?
  4. Wenn Sie das gefunden haben, sagen Sie erst dann den Satz, den Sie Ihrem Kind sagen wollten. Mit dem Gedanken: es ist gerade offline.

„Dass mein Kind endlich folgt" gilt dabei nicht. Damit würden Sie sich über Ihr Kind regulieren. Das ist eine Aufgabe, die für kleine Menschen einfach zu groß ist.

Drei Beispiele, was helfen kann

  • Bremsen ist Blau. „Hey, mach mal zehn Schritte. Jeden einen Tick langsamer als den davor. Kannst du das?"
  • Wut ist Rot. Die Wut vom Kopf in den Bauch holen und dann umarmen. Das ist Rot und Grün zusammen.
  • Kummer ist Grün. Da hilft eine Umarmung. Und manchmal ein Blick darauf, ob es wirklich gerade so ist, wie es sich anfühlt.

Alle drei haben etwas gemeinsam: Der Erwachsene sagt darin nicht, was er möchte. Das käme zwischen den Ohren gerade gar nicht an. Er hilft dem Kind stattdessen herauszufinden, was es selbst gerade braucht. Davon fühlt ein Kind sich angesprochen.

Das Schwerste daran ist Nummer 1. Mitten im Satz aufzuhören, während man im Recht ist.

Achten Sie bei der nächsten Auseinandersetzung vielleicht einmal darauf, ob gerade mindestens einer von Ihnen offline ist. Manchmal ist es das Kind. Manchmal sind Sie es. Und dann wissen Sie jetzt, dass sich die Leitung wieder herstellen lässt.

Zum Mitsingen: die Musikseite

Zu der Plattform gehört eine Musikseite. Zu jeder Farbe gibt es ein Lied. Ihr Kind kann sie auch von zu Hause aus jederzeit aufrufen.

Hören Sie einmal gemeinsam rein. Zu den Liedern gibt es Videos, mit dem Text zum Mitsingen.

Wir haben dabei bewusst auf YouTube verzichtet. So bleibt die Plattform werbefrei. Ihr Kind sieht dort keine Werbung und bekommt hinterher nichts vorgeschlagen.

QR-Code zur Musikseite

So kommen Sie hin

Scannen Sie den Code mit der Kamera Ihres Handys. Oder tippen Sie die Adresse ein:

capyba.app/musik

Zum Ausdrucken: Ausmalbilder

Nutzen Sie die Ausmalbilder gerne, um gemeinsam über Gefühle zu sprechen. Offen, natürlich und kindgerecht. Über Ihre und über die Ihres Kindes.

Alle fünf Ausmalbilder zum Download (PDF)

Das Capybara als Zeichen von Capyba for Kids

Weitere Informationen dazu, wie Sie das auch zu Hause anwenden können, finden Sie auf capyba.app.

Capyba for Kids ist ein eigenes, kostenpflichtiges Angebot der DTHgroup und gehört nicht zum Schulprogramm.

07 · Ihre Daten

Was mit den Daten passiert

Wenn Sie genau wissen möchten, was wir speichern, lesen Sie unsere Datenschutzerklärung. Sie dürfen uns dazu auch einfach schreiben.

08 · Häufige Fragen

Was Eltern uns am häufigsten fragen

Muss mein Kind mitmachen?

Nein. Die Übung läuft in der Klasse, aber kein Kind wird dazu gezwungen. Wer nicht möchte, sitzt dabei und schaut zu. Niemand fragt nach dem Grund.

Kostet mich das etwas?

Nein. Für Sie und für die Schule ist es kostenlos. Bezahlt wird es von einem Partner aus der Region.

Ist das eine Therapie?

Nein. Es ist keine Behandlung und kein medizinisches Verfahren. Wir machen ausdrücklich nie ein Heilversprechen.

Wenn Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen, sprechen Sie am besten zuerst mit der Klassenleitung. Sie kennt die Wege in Ihrer Schule und weiß, wer weiterhilft. Und wenn es um die Gesundheit Ihres Kindes geht, sind Sie bei Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt in guten Händen.

Fällt dafür Unterricht aus?

Nein. Die Übungen werden in den Unterricht eingebaut, sie kommen nicht obendrauf. Eine Übung dauert höchstens anderthalb Minuten.

Muss mein Kind zu Hause etwas üben?

Nein. Es gibt keine Hausaufgaben und keine Übungspläne für zu Hause.

Wer erfährt, welche Farbe mein Kind hatte?

Die Kinder müssen ihre Farbe nicht laut sagen. In den Bögen, die wir bekommen, geht es um die ganze Klasse und nie um ein einzelnes Kind.

Bekommt mein Kind dafür eine Note?

Nein. Es wird nichts bewertet und nichts abgefragt.

Mein Kind ist sehr schüchtern. Ist das ein Problem?

Nein. Alle machen gleichzeitig mit. Niemand kommt nach vorne, niemand wird aufgerufen, niemand muss etwas erzählen.

Ich möchte nicht, dass mein Kind mitmacht. Was tue ich?

Sagen Sie der Klassenleitung Bescheid. Ihr Kind macht dann nicht mit. Das hat keine Folgen für Ihr Kind.

Wo kann ich nachfragen?

Am besten bei der Klassenleitung. Sie können uns auch direkt schreiben: contact@dth-group.com